Ohnmacht

Kälte. Tiefe Kälte zieht von unten hoch und umschlingt das Herz. Wie eine stählerne Strippe zieht sich die Kälte in Form einer Schlinge um das Leben und Wärme spendende Organ und verbreitet … Schmerz.

Abgrund. So tief und bodenlos. Der Wind spielt mit den Haaren. Scheinbar sorgt nur das Geländer dafür, dass man nicht fällt. Oder zupft da doch etwas am T-Shirt? Ist da doch eine unsichtbare Kraft, die sanft, gütig und wärmend die Arme ausbreitet, um Trost zu spenden?

Kartenhaus. Die Kinder bauen seit Stunden an einem Kartenhaus. Mehrfach sind sie gescheitert. Zu ungeübt sind ihre Hände und machmal auch zu unkoordiniert. Einer kommt auf die Idee und klebt künftig die Karten zusammen. Das Kartenhaus wächst. Der geometrische Turm wächst und sie nähern sich dem „Dach“ des Hauses. Doch die Natur ist gegen das Unterfangen. Mit einem kurzen, unverhofften Hauch bricht das Haus trotz des Klebers zusammen. Doch das Fundament bleibt stehen. Haben die Kinder jedoch die Kraft und die Ausdauer trotz des Windes wieder von neuem zu beginnen?

Trauer. Schwarz. Inmitten eines Gräberfeldes steht die Familie. Bunte Blumen umgeben einen edlen Holzsarg und trotzen mit ihrer Schönheit der Eintönigkeit der Schwärze. Der Wind spielt auch hier in den Bäumen. Die Blätter rascheln und sagen leise: „Leb wohl“! Tränen fließen. Der Pfarrer trägt in Worte und Bilder gekleidete Erinnerungen an all die schönen Zeiten vor. An diese soll man sich erinnern. Und danach? Was bleibt da? … Kälte.

Und so schließt sich der Kreis.




coded by nessus

1 thought on “Ohnmacht

  1. Thorsten

    Ich empfehle beim Lesen dieses Beitrages im Hintergrund das Lied „Dear Mr. President“ zu hören.

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