Wer seinen Hund liebt, leint ihn an

Freitag, 08.02.2013, 08.02 Uhr: „Polizeinotruf.“ – „Guten Morgen, mein Name ist Schatz. Ich möchte einen Verkehrsunfall melden. Ein Auto hat einen Hund überfahren.“

Minuten zuvor. Ich bin auf dem Weg zur Arbeit als ich im linken Augenwinkel einen weißen Hund über die sechsspurige Nonnendammallee angewetzt kommen sehe. Instinktief gehe ich auf die Bremse und hoffe, dass der/die Autofahrer/in vor mir den Hund ebenso rechtzeitig gesehen hat. Hat er/sie nicht. Das Auto erwischt den Hund voll, überrollt ihn und fährt weiter. Ich bleibe stehen, schalte die Warnblinkanlage an und halte inne. 10 Meter vor mir liegt der kleine Mischling. Zuckend. Blutend. Die Halterin kommt wie in Trance langsam angelaufen, nimmt ihren Liebling in den Arm. Das Blut läuft aus der Schnauze. Neben mir hat ebenfalls ein Auto rechtzeitig angehalten und sichert ebenfalls die Unfallstelle. Ich steige aus, rufe nach kurzer Verständigung mit den anderen Zeugen die Polizei.

Der kleine Mischling ist nach nur wenigen Minuten tot. Er starb in den Armen seiner Halterin. Er hat zumindest nicht lange leiden müssen.

Erinnerungen kommen in mir hoch. Ostern 2012. Ich hatte die Aufsicht über unseren Labrador Orko. Trotz der Warnungen meiner Eltern wollte ich mit Orko das Laufen ohne Leine an der Straße trainieren. Ja, der Leinenzwang ist mir bekannt. Orko ist ein gut ausgebildeter und gehorsamer Hund. Es ging auch drei Tage lang gut. Doch dann am Ostermontag 2012 machten wir einen Ausflug in die Siemensstadt. Wir waren bereits auf dem Rückweg, entlang der Nonnendammallee. Urplötzlich dreht Orko ab und wetzt los. Los über die sechsspurige Straße. Fünf Spuren ging es gut, auf Spur 5 erwischte ihn ein Auto. Mein Herz schien schier still zu stehen.

Doch Orko hatte einen Schutzengel. Er hatte das Auto gerammt. Nicht das Auto ihn. Am Ende gab es leichte innere Verletzungen an der Lunge, eine Gehirnerschütterung und eine abgerissene Kralle zu verzeichnen. Glück im Unglück. Meine Angst, meine Sorge um meinen geliebten Hund werde ich nie vergessen. Die 40 Euro Strafe, die ich von der Polizei bekam, waren mir egal. Egal war mir auch die Beule, die Orko im Auto hinterlassen hatte – dafür sind wir schließlich versichert. Doch dafür dass er diesen Unfall überlebt hat danke ich Gott noch heute.

Es schneit. Es ist kalt. Das Blut sucht sich seinen Weg auf dem Asphalt. Der kleine Mischling hatte weniger Glück.

Der/die Fahrer/in des Autos kommt hinzu. „Mein Scheinwerfer ist kaputt.“ Ich schaue ungläubig auf die Szenerie. Vor mir kauert weinend die Hundehalterin mit ihrem leblosen Hund im Arm und alles was ihm/ihr einfällt, ist der doofe Scheinwerfer? Wie pietätlos.

Liebe Autofahrer, die ihr jemals einen Hund oder generell ein Tier anfahren solltet, was ich keinem wünsche: behandelt die Tiere nicht wie Sachen. Es ist furchtbar zu sehen, wie so ein kleines Fellknäuel nach so einem Unfall seinen letzten Atemzug macht. Bitte speichert Euch folgende Kontaktdaten in Euer Handy ein:

Tierrettung Berlin-Brandenburg
http://www.tierrettungberlinbrandenburg.de
Kostenlose Notrufnummer 0800 / 112 11 33
oder Handy: 0151/53510207

Tierambulanz Berlin Brandenburg
http://www.tierambulanz.de
Notruf: 0800 66 88 437

 

Zudem kann ich aus eigener Erfahrung noch folgenden Tierarztpraxis – nicht nur für den Notfall – empfehlen:

Tierarztpraxis Rödiger
Das Veterinärmedizinische Zentrum Berlin
Scharnweberstr. 136 | 13405 Berlin
Telefon: 030 – 412 73 57
http://www.tierarztpraxis-roediger.de
Die Praxis hat rund um die Uhr an jedem Tag im Jahr geöffnet!

 

Liebe Hundebesitzer, wenn ihr Euren Hund liebt, leint ihn an. Ich lasse es nicht mehr gelten, wenn mir jemand mit dem Argument kommt: meiner macht so etwas nicht. Der Hund muss es nur einmal machen. Und das eine Mal, kann im Zweifel sein letztes Mal sein.

 

Bild: Tierrettung Berlin-Brandenburg




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