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Das war mein Jahr 2006

Zu Beginn des neuen Jahres möchte ich ganz persönlich mein Jahr 2006 resümieren. Damit das nicht ganz so trocken wird, hab ich mal mein Jahr auch für Euch in Bildern zusammengefasst. Klickt euch einfach mal durch.

Das war mein Jahr 2006

 

Im Januar wurde ich vom Ältenstenrat der Landessynode als Jugendsynodaler in die 2.Landessynode der EKBO berufen. Ich gehöre damit bis 2009 als einer von 132 Synodalen dem höchsten Vertretungsgremium der EKBO an.

Am 03. März wurde Aila groß. 😉 20 stolze Jahre zählt ihr Haupt nun.

Mitte März wurde ich – noch als kommissarischer Vorsitzender der Evangelischen Jugend Berlin-Brandenburg – mit vier anderen zu einem Empfang des Bundespräsidenten Horst Köhler eingeladen. Bellevue unplugged war das Motto. Einen Bericht könnt ihr hier nachlesen. Gut eine Woche ging dann ein ehrgeiziges Ziel von mir in Erfüllung: ich wurde am 31.03. für die Amtszeit bis November 2007 zum Vorstandsvorsitzenden der neu gegründeten Evangelischen Jugend Berlin-Brandenburg-schlesischen Oberlausitz gewählt.

Im April stand dann der alljährliche Spandauer Jugendkreuzweg an, der leider noch schlechter besucht wurde als schon in 2005. Einen ausführlichen Bericht über den Kreuzweg gibtÂŽs hier.

Ende Mai fuhren Aila und ich dann mit ein paar Leuten nach Saarbrücken zum 96. Deutschen Katholikentag, welcher sprichwörtlich ins Wasser fiel. Da ich auch hierüber schon berichtet habe, verweise ich auf meinen eigenen Bericht.

Im Juni war es dann so weit. Die Fußball-WM begann. Eine tolle Zeit für mich. Ich durfte als FIFA-Steward direkt an der Stätte arbeiten, an der dann auch am 09. Juli 2006 das WM-Finale stattfand und bei dem die Italiener unverdient Weltmeister wurden. Alles habe ich mitgemacht: alle sechs WM-Spiele in Berlin, Fanmeile, WM-Spiel in einem StraßencafĂ© in der Simon-Dach-Straße und WM-Gartenparty bei ToNo. Highlight war sicherlich auch das LandesJugendCamp auf dem ich Mary kennenlernte. Mary ist wieder einmal ein Beweis dafür, dass man über die Kirche ganz besondere Menschen kennenlernen kann. Ich bin sehr froh, dass wir uns kennengelernt haben Mary!!!

Gleich im Anschluss an die stressige WM, während der ich auch noch versuchte Hebräisch zu lernen – das versuch ich in 2007 gleich noch einmal… – gleich im Anschluss begann der Wahlkampf zu den Spandau- und Berlin-Wahlen im September 2006. Diese Zeit war für mcih sehr lehrreich, wenn auch kräftezehrend. Des öfteren kam ich an meine Motivationsgrenzen, insbesondere wenn man zum fünften Mal innerhalb einer Stunde von Menschen für die Veräumnisse der Bundesregierung angemeckert wird. ThatÂŽs life. Diese Zeit war auch schwierig für Aila und mich. Ich war ja fast täglich von morgens bis abends mit Matthias Brauner unterwegs. Noch heute spüren wir die Nachwirkungen…

Mitten in der Hochphase des Wahlkampfes feierten Aila und ich dann Ende August unser 2-jähriges Jubiläum. Sie hatte mich überrascht und wir gingen überaus fein in das Musical Aida! Ein toller Abend!
Am 17. September waren dann die Wahlen und das Ergebnis doch überaus ernüchternd. Trotz viel Arbeit lagen „wir“ abgeschlagen vor dem SPD-Kandidaten. Nur durch den Listenplatz 1 konnte Matthias Brauner dennoch in das Abgeordnetenhaus einziehen.

Am 01. Okotber begann ich dann mein Studium der Theologie an der HU Berlin, welches überaus spannend begann und mich nunmehr von Zeit zu Zeit in große Zweifel stürzt. Zum 31. Oktober beendete ich mein Arbeitsverhältnis bei meinem ehemaligen Ausbildungsbetrieb und begann zum 01. November als „Sachbearbeiter“ bei Matthias Brauner im Abgeordnetenhaus zu arbeiten.
Mitte November wurde ich dann von der Kirchenleitung der EKBO in das Kuratorium des Amtes für kirchliche Dienste berufen.

Seit November krieselt es leider auch des Öfteren zwischen Aila und mir. Anfängliche Schwierigkeiten waren leicht auf die Versäumnisse während des Wahlkampfes zurückzuführen und danach schloß sich dann auch eine ruhige Zeit an, in der wir dann auf ihre Initiative hin uns sogar auf Wohnungssuche begaben, wie ich ja auch schon bereits schrieb. Doch pünktlich zum Fest der Liebe war das Thema urplötzlich für Aila ad acta und nun stehen wir gerade vor einem Haufen, von dem wir beide nciht so recht wissen, ob es Scherben oder Staub sind. Ich bin natürlich über den Verlauf der Wohnungssuche mehr als enttäuscht. Was jedoch viel schlimmer ist, dass durch meine enttäuschte Reaktion bei Aila mal wieder nicht klar ist, was sie für mich fühlt. So haben wir nun auch mit 9 lieben Freunden Silvester in Lägerdorf gefeiert (Bericht folgt). Die Stimmung war gedrückt. Der Start in das neue Jahr misslungen.

Ich bin zum Warten verdonnert. Warten auf ein Denkprozessergebnis von Aila. Warten. Und doch nichts tun können. Das tut am meisten weh.

Fazit: ein an sich gutes Jahr mit einigen Höhepunkten, aber einem überaus unbefriedigendem Ende, welches noch in 2007 reinragt.

Noch ein Wort zur WM

Ich hatte ja eine Fortsetzung meiner „Erfahrungen“ bei der WM angefangen… nun… ich führe sie nicht weiter. Ich hab schlichtweg keine Lust mehr dazu und Aila hat auch schon gemault, dass die WM zu Ende sei… Recht hat sie.

Also deshalb Kurzfazit: SCHADE, DASS ES VORBEI IST!

Ich hatte ein tolles Team um mich herum, auch wenn ich immernoch auf die versprochenen Fotos warte… wenn man nicht alles selber macht.
Den ersten Teil meines Gehaltes habe ich auch seit zwei Tagen auf dem Konto. Alles bestens!

Wer dennoch noch etwas zu den Eindrücken hören möchte, möge sich doch bitte bei mir melden.

Erfahrungen eines WM-Stewards – Teil I

Gut eine Woche nach der WM ist es an der Zeit, die tolle Weltmeisterschaft Revue passieren zu lassen. Ich jedoch tue dies als Mitarbeiter der WM, denn ich hatte das große Glück als Steward zumindest bei allen sechs WM-Spielen im Berliner Olympiastadion anwesend zu sein.

13.06.2006: Brasilien vs. Kroatien
Das erste WM-Spiel in Berlin. Man war ich gespannt. Wie wird das ablaufen? Wird es friedlich bleiben? Wo werde ich eingesetzt?
Letztere Frage hatte ich bereits eine Woche vor dem Spiel klären können. Mein Einsatzort war die Pressetribüne (VDO 532), wo ich normalerweise bei den Hertha-Spielen auch eingesetzt werde. Insofern hatte ich einen klaren Heimvorteil. Doch der nützte zumindest am Anfang nicht viel, da alles anders war, als man es bisher kannte. Die Mixed-Zone (wo die Journalisten Interviews mit den Spielern führen können) ist nun nicht mehr auf dem Spielfeld bzw. daneben, sondern hinter dem Marathontor. Die Pressekonferenz findet auch woanders statt usw…!

Nach dem Einchecken am Personaleingang bekam jeder Steward ein weißes Hemd und ein orangefarbenes Steward-Leibchen. Über ersteres habe ich mich anfangs schon gewundert, weil es hieß, dass man vollkommen in schwarz gekleidet kommen sollte.
Auf dem linken Ärmel des Hemdes war ein kleines Logo der WM aufgedruckt. Das Leibchen selbst hatte auf der Vorderseite zwei Brusttaschen, die für die persönlichen Ausweise gedacht waren. Als Steward besaß man zwei Ausweise: dem Identitätsausweis und dem Zugangsausweis. Letzteren bekam man nur am Personaleingang ausgehändigt. Den Identitätsausweis nahm man jedes Mal wieder mit und durfte ich auch nach dem Finale behalten.

Es war super heiß. Gut 34°C hatten wir an diesem Dienstag. Und so waren eigentlich schon alle einmal durchgeschwitzt, bevor wir überhaupt auf unseren Positionen waren. Äußerst positiv empfand ich es, dass die VDO 532 fast vollständig aus Leuten bestand, mit denen ich seit nunmehr fast fünf Jahren bei Hertha zusammenarbeite. Das ist insofern gut, da wir uns untereinander kennen und wissen, wie der andere reagiert bzw. wir halt schon ein eingespieltes Team sind. Als sich nun auch noch herausstellte, dass der Bereichsleiter derselbe wie bei den Herthaspielen ist, war der Tag gerettet.

Ich bekam die Aufgabe zugeteilt, mir einen Feuerlöscher an einer bestimmten Stelle abzuholen und mich in die Mitte der Pressetribüne zu stellen und auf ein Feuer zu warten! Wie geil ist das denn?!?!
Nur leider habe ich bis zum Spielende keinen Feuerlöscher bekommen. Die waren nämlich hinter einem Gitter eingeschlossen und dort zusätzlich mit Schnellspannern befestigt worden. Leider konnte auch niemand sagen, wer den Schlüssel dafür hat. Und so kam es, dass ich am äußeren Ende der Pressetribüne, im Block 12, landete. Da dort eigentlich keine Position im Block vorgesehen war und mein Gruppenleiter meinte, ich solle da mal stehenbleiben bis er den Schlüssel organisiert hätte, bleib cih also auf der Treppe stehen.
Wer mich kennt, weiß, dass es mir zu langweilig wäre und gegen meine Einstellung gehen würde, wenn ich nun untäig auf der Treppe gestanden und mir nachher das Spiel angesehen hätte. So machte ich mich erst einmal mit den dort eingeteilten Volunteers (Jule und Micha) bekannt und stellte fest, dass Block 12 auch gleichzeitig der Ort für die „1.Hilfe-Station Medien“ des DRK ist.
Die Volunteers waren freiwillige Helfer, die von Addidas für gut 500 Euro komplett ausgestattet wurden (Poloshirts, Hosen, Socken, Schuhe) und uns Stewards beim überwinden von etwaigen Sprachproblemen helfen sollten.
Da der Dienstbeginn der Stewards immer 4,5 Stunden vor Spielbeginn und auch 1,5 Stunden vor Stadionöffnung war, konnte man gut 4 Stunden vor Anpfiff die Proben des Fernsehens beobachten.
Es wird alles geprobt: das Hereinbringen der FIFA- und der Nationalitätenfahnen, das Abspielen der Nationalhymnen, die Gruppenfotos, das Händeschütteln und das Herunterbringen der Abdeckung des Mittelkreises. Und zwar alles zweimal! Natürlich nicht mit den Spielern, sondern mit irgendwelchen Volunteers.

Als dann endlich die Tore des Stadions geöffnet wurden, dauerte es keine fünf Minuten bis die ersten fans bei mir im Block eintrafen. Schnell stellte sich heraus, dass der Block 12 noch zum kroatischen Fanblock gehörte.
Es war wie gesagt das erste Spiel in Berlin und es lief demzufolge organisatorisch noch einiges (!) schief. Zu viel darf ich nicht darüber sagen, da wir alle eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben mussten… aber z.B. die Sache mit meinem Feuerlöscher wurde zum Running-Gag. Mein Kollege Andi (der für den oberen Teil der Treppe eingeteilt war, da dort der Eingang zur Announcementplattform war) und ich hatten uns für die falsche Strategie entschieden. Wir wollten erst kurz vor Spielbeginn die Leute bitten ihre Plätze einzunehmen, da unser Job es ja war, die Treppen freizuhalten. Leider war das der falsche Weg.
Die Kroaten haben sich nämlich hingesetzt, wo sie Lust hatten. Freri nach dem Motto: Oh in Block 11 sitzt ja mein Kumpel, dann geh ich mal dorthin, obwohl ich Karten für Block 12 habe. Und wie das so ist, wenn ein Stadion mit 72.000 Plätzen ausverkauft ist, fehlen dann ein paar Sitze.
Es war nachher einfch nciht mehr möglich die Leute auf ihre eigentlichen Sitze zu bitten, da dort auch Leute saßen, deren Plätze belegt waren usw.! Und so kam es, dass der Bereichsleiter nachher meinte: „Vergiss es, wir haben eh zu wenig Personal!“
Dennoch habe ich versucht, das Beste daraus zu machen und zumindest die Treppen freigeräumt. Ein überaus stressiger Tag, an dem viel Schweiz geflossen ist und an dem ich, obwohl ich im Block stand, fast nichts vom Spiel mitbekommen habe.
Die Kroaten waren sehr aggressive Fans, welche gern mal so taten, als ob sie mich weder auf Englisch ncoh auf Deutsch verstehen würden. Nicht alle, aber sehr viele. Und weil es auch bei uns Ordner den Grundsatz „Selbstschutz geht vor“ gibt, habe ich einige Leute auch nicht ein zweites Mal angesprochen.

Ein trauriger Höhepunkt der organisatorischen Mängel war dann der Flitzer, der es schaffte fast unbemerkt auf das Spielfeld zu rennen, um dort einem kroatischen Spieler die Schuhe zu küssen. Gut zweihundert Ordner haben um das Spielfeld herumgestanden, aber keiner hat reagiert. Vier Seiten nimmt die Sicherung des Spielfeldes im Steward-Handbuch der FIFA (180 Seiten stark) ein und dennoch schafft es ausgerechnet in Berlin beim ersten Spiel einer, den zwei Meter tiefen Graben und die erste Ordnerreihe zu durchbrechen und unbehelligt auf das Spielfeld zu laufen und dort erst zwei Minuten später von einem kroatischen Spieler (!) vom Feld geführt zu werden.

Das konnte ja nur besser werden!

~ Und weil das „kurze“ Resümee des ersten Spieles dann doch zu lang geworden ist, folgen dann noch ein paar Rückblicke ~

Adé Klinsi


Die Nachricht traf mich dann doch wie ein Schock: Jürgen Klinsmann ist zurückgetreten. Schade, aber verständlich.
Mein erster Lieblingsfussballspieler überhaupt und neben Rudi Völler der beste Bundestrainer, den ich mir vorstellen kann, sagt nun „AdĂ©“!

Ich kann die Leute, die nun sauer auf ihn sind, nur sagen: IHR seid sicherlich der Grund, warum er aufgehört hat. All die Leute, die Klinsi jetzt in den Himmel loben, allen voran Herr Beckenbauer, haben doch vor der WM seinen Rücktritt gefordert, weil er z.B. in den USA lebt. Die Bild-Zeitung hat ihn öffentlich zerrissen. Nun, nach einer erfolgreichen WM, lieben sie ihn alle. Aber spätestens nach dem ersten schlechteren Spiel der Nationalmannschaft (in der EM-Quali) hätten sie doch allesamt wieder geschrieen! Ich kann verstehen, dass Klinsi sich das ersparen wollte.

DANKE JÜRGEN KLINSMANN! AdĂ© und good bye!

Finale Furioso

Um 23.04 Uhr war es soweit: der Pokal wird dem neuen Weltmeister Italien überreicht.

Doch fangen wir von vorne an. Ein historischer Tag! Wir schreiben Sonntag, 09.07.2006, 15.10 Uhr in Berlin, als der FIFA-Steward Thorsten im Berliner Olympaistadion für das WM-Finale eincheckt. Das Wetter war bestens! 41°C in der Sonne und derzeit noch kein Wölkchen am Himmel.
Das sah in den letzten beiden Tagen noch anders aus: dunkle Wolken und massig Regen bestimmte das Bild über dem Austragungsort des großen WM-Finales. Es kam so viel Regen hinunter, dass am Samstag während meiner Schicht in der Final-Aufbauphase vier Tankwagen von BSR und Alba die Kelleretagen des Stadions und vor allem die unterirdischen Straßen im Bereich des Marathontores (da wo die Spieler nachher langfahren) auspumpen mussten!!! Auch der Vorplatz am Südtor stand zwanzig Zentimeter unter Wasser. Doch davon war gestern (glücklicherweise) nichts zu merken.

Vor dem Stadion hatten sich bereits knapp fünf Stunden vor Anpfiff mehrere Hundert Italiener versammelt, um entweder schon mal zu feiern oder um noch Karten zu kaufen.
Die Medientribühne war um weitere 400 Sitzplätze erweitert worden, so dass sie nun fast die komplette Breite der haupttribühne im Oberring (Block 4 bis 12( einnahm. Zum Vergleich: Bei einem Spiel von Hertha BSC finden knapp 200 Medienvertreter in den Blöcken 6 und 8 Platz (Block 7 gibtÂŽs nicht!).

Leider, leider waren die Blöcke rund um das Marathontor zur Fankurve der Italiener erkoren worden. Nun, meine Enttäuschung über das verlorene Halbfinale war dann doch zu tief, so dass ich den Franzosen den Sieg gewünscht hätte.
Die italienischen Fans waren überaus aggressiv und konnten sehr schlecht bis gar kein Englisch. Da kam es schon mal vor, dass einer fast handgreiflich wurde, weil ich sein Italienisch nicht verstand. Aber glücklicherweise bieb es in meinem Block 12 relativ ruhig und friedlich.

Auch dieses Mal hatte ich einige Prominenz in „meinem“ Block zu verzeichnen: Gesine Schwan (ihr wisst schon: die Dame, die beinahe Bundespräsidentin geworden wäre) nebst Mann, Gianluigi Collina (den weltbesten Schiedsrichter) und Michael Steinrecher (ZDF). Zwei Blöcke weiter lief mir Oliver Geissen (mit großem, breitem Bodyguard) über den Weg.

Kurz vor Spielende war dann hinter den Kulissen Hektik angesagt: Etwa 60 bis 80 italienische Fans war es gelungen das Südtor zu durchbrechen und auf das Stadiongelände zu gelangen. Die Polzei schritt hart ein und rannte den Fans hinterher. Einige haben es wohl aber tatsächlich geschafft irgendwo in der Menge unterzutauchen.
Nach dem Spiel fanden sich vor dem Stadion etwa 1.000 Italiener ein, die im Stadion noch mitfeiern wollten…

Wieder einmal hat sich die FIFA ein Eigentor geschossen: Sie verkaufte einige Plätze einfach doppelt! Ja man mag es kaum glauben. Es handelte sich tatsächlich um Originalkarten mit ein und demselben Platz. Wahnsinn, da zahlt man 610 Euro um festzustellen, dass man nachher auf der Treppe sitzen darf, weil sein Platz ein zweites Mal verkauft wurde. Das schlimmste am ganze war jedoch, dass die FIFA-Verantwortlichen untereinander sich nciht abstimmten und so der eine andere Anweisungen gab las der andere. So rannte Hans-Goerg Felder, der außerhalb von WM der Pressesprecher von Hertha BSC ist, wie ein Irrer zwischen den Blöcken hin und her und schmiss die Volunteers, das mobile Notarzt-Team, die Wachenbesatzung des DRK in einem überaus unfreundlichen Ton raus. Mich wies er an, die Leute auf den Treppen (die mit den doppelten Karten) rauszuschmeissen.
Die Assistentin von Herrn Felder jedoch hatte verfügt, dass die Leute natürlich im Block bleiben dürfen. Und so blieben sie auch im Block!
Also wenn ich nach dem Finale nun mal resümiere und einige „Titel“ vergebe, dann kommt folgendes dabei heraus:

Verlierer der WM:

  • die FIFA: reglementiert alles, verkauft Tickets und andere Souvenirs zu überteuerten Preisen – 610 Euro für die allerletzte Reihe im Oberring und 10 Euro für ein Programmheft ist echt nicht toll!
  • Michael Ballack (Begründung siehe letzter Beitrag)
  • Hans-Georg Felder – für seinen blamablen und überzogenen Auftritts beim Finale

Gewinner der WM:

  • Jürgen Klinsmann
  • David Odonkor
  • Deutschland: ein toller Gastgeber, der das Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ 1:1 umgesetzt und sich endlcih mal wieder auf sein Nationalbewusstsein besonnen hat

TOP-Teams der WM:

  • die deutsche Nationalmannschaft – ein tolles Turnier gespielt und am Ende verdient auf Platz 3 gelandet!
  • Die VDO 532 – ihr seid eine tolle Truppe! Dank an unseren Bereichsleiter Ronny, der dafür gesorgt hat, dass die Hertha-Truppe auch bei der WM als Team agieren konnte.
  • Meine DRK-Sanis aus der Station Medien – Gruß an Tobias, Anke, Robert, Torsten und den Rest der Truppe! Danke für die tollen Stunden mit Euch.
  • Meine Volunteers Micha und Jule samt ihrem Gruppenleiter Dirk, mit dem ich vieles auf dem kurzen Dienstweg klären konnte. Micha, Jule, ich werd Euch nie vergessen! Ich hoffe wir sehen usn recht häufig bei Hertha! Ihr wart super. Ohne Euch wäre es um einiges stressiger und auch langweiliger gewesen!

Und noch nen Wort zum Weltmeister Italien:
Ihr seid für mich das Verlierer-Team der Weltmeisterschaft. Ihr habt schlecht und unfair (so viele Schwalben hat sich wohl keiner geleistet) gespielt und dennoch fast immer glücklich gewonnen. Schade, dass ihr Weltmeister wurdet. Nun, bezeichnend ist ja, dass fast alle medien nicht vom Finalsieg der Italiener, sondern von der Abschiedsfeier der Deutschen bzw dem Knockout von Zidane redet… da sieht man mal den Stellenwert Eures Sieges!

PS: In dieser Woche folgen dann noch einige Fotos!

PPS: Feierabend hatte ich am 10.07.2006 um 01:10 Uhr!

Der Kampf der Statistiken

Nun, so schnell kannÂŽs gehen im Fussball: Der Traum vom Weltmeister ist vorbei. Wie gestern schon angekündigt hatten Aila, Ralf, ToNo, die SchwieMu und ich uns getroffen, um gemeinsam das Spiel auf der Fan-Meile zu verfolgen. Iza und Rübi hatten dann leider kurz vorher abgesagt. Wir trafen schon recht früh (3,5 Stunden vor Spielbeginn) auf der Fan-Meile ein und um uns die Zeit zu vertreiben, wurden mal die Statistiken gegeneinander abgewogen:

„Deutschland hat noch nie in Dortmund verloren!“
„Statistisch gesehen, wird Deutschland in Deutschland IMMER Weltmeister!“
„Deutschland hat noch nie ein internationales Pflichtspiel gegen Italien gewonnen…“

Wie das Spiel ausging wissen wir alle. Es war an sich ein tolles Erlebnis mit Tausenden von Menschen auf eine riesige Leinwand zu starren und zu bangen. Mit ihnen zu singen und nachher auch zu weinen.
Schade jedoch, dass es nach dem Spiel zwischen frustrierten Fans zu Schlägereien kam und die Polizei hart eingreifen musste.

Und richtig sauer bin ich auf diejenigen, die während oder nach dem Spiel rumgezogen sind und die Deutschland-Fahnen von den Autos abgebrochen haben. Auch Ailas und auch dann meine Fahne mussten dran glauben.

Wir können stolz auf unsere Mannschaft sein, denn wer hätte vorher gedacht, dass wir im Halbfinale landen. Nur durch den Erfolg der Mannschaft wurde die WM zu einem tollen Stimmungserlebnis.

Verlierer der WM: die FIFA (man kann nciht alles reglementieren) und Michael Ballack (wofür wurde der eigentlich immer „Player of the match“)
Gewinner der WM: David Odonkor (Wahnsinn!!!) und Jürgen Klinsmann (Machte aus einer „Gurkentruppe“ eine weltmeisterliche Mannschaft und hatte den Mut einen David Odonkor mitzunehmen)!

Deutschland vs. Italien


Nur noch wenige Stunden (acht an der Zahl) trennen uns vom Finale. Nun, ich bin optimistisch. Nach der Zitterpartie am vergangenen Freitag gegen Argentinien kann man ja auch nur hoffen, dass das Spiel zum einen ebenso spannend wird und zum anderen, dass das Spiel doch gefälligst schon in der regulären Spielzeit deutlich entschieden wird!

Daher mein Tipp: 3:1 für Deutschland!

Das Spiel selber werde ich heute abend zusammen mit Aila, meiner SchwieMu (ach darf ich ja nciht sagen… doof), Ralf, eventuell ToNo, Christian und Izabela auf der Fanmeile Berlin schauen! Das wird bestimmt klasse. Ach ich freu mich ja schon so!!!

Mit weltmeisterlichen Grüßen
Euer Thorsten

Die Welt zu Gast beim Weltmeister

Das Berliner Olympiastadion zum Spiel Deutschland - Ecuador. Diese Bilder wurden nicht im Fernsehen gezeigt...

Die Welt zu Gast beim Weltmeister. Nun, diesen Traum leben wir noch mindestens bis heute Abend, wenn unsere Jungs gegen die Italiener ran müssen.

Da ich derzeit als FIFA-WM-Steward arbeite, ist es mir vergönnt gewesen, bei allen fünf bisher im Berliner Olympiastadion gelaufenen WM-Partien dabeigewesen sein zu dürfen. Doch es kommt ja noch das Finale. Meine Erfahrungen rund um meinen Einsatz bei der WM werde ich nach dem Finale schildern, doch schon jetzt möchte ich Euch an einigen Impressionen teilhaben lassen.