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Was das „C“ für mich bedeutet

Zum 24. Bundesparteitag der CDU Deutschlands in Leipzig ist eine neue Broschüre erschienen. Darin geht es um das Wesen christdemokratischer Politik. Die Mitglieder des Bundesvorstandes beschreiben, was für sie das „C“ bedeutet.

„Pünktlich zum Auftakt des CDU-Parteitages in dieser Woche hat sich der Unions-Vorstand in einer Publikation zur Bedeutung des C geäußert. Das zeigt manchen Politiker von einer ungeahnt persönlichen Seite – und der eine oder andere verfällt gar ins Predigen.“ schreibt das christliche Medienmagazin pro über die neue Broschüre der Bundes-CDU.

Ich finde diesen Ansatz richtig. Seit langem wird der CDU ja vorgeworfen, dass sie das C sträflich vernachlässige. Da ist das Signal, dass sich die Parteispitze klar zu ihrem Wertekompass bekennt und erläutert, wie für jeden persönlich, diese Umsetzung des Cs aussieht, mehr als richtig.

Die Partei braucht diese Wertedebatte. Volker Kauder hat sie des öfteren in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion thematisiert. Das Christentum im Alltag zu verankern ist keine selbstverständliche Aufgabe mehr. Die Frage, was für jeden einzelnen die Ausrichtung des eigenen Handeln an eben jenem „Christlich“ bedeutet, kann nicht mehr klar definiert werden. Christlich ist in meinen Augen nicht unbedingt zwingend das, was die Kirchen uns vorgeben. Auch Synoden kommen im Laufe der Jahre immer mal wieder zu neuen Ansichten. Was dieses C bedeutet, kann also nur eine Momentaufnahme sein. Eine Momentaufnahme, die es sich lohnt, immer wieder zu betrachten. Zu schauen, ob man mit dem eigenen alltäglichen Handeln noch am christlichen Wertekompass orientiert ist.

Ich finde es gut, wenn ein Politiker wie der CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe beschreibt, wie sein Arbeitstag für gewöhnlich beginnt: Mit dem Lesen der Losungen auf dem iPad.

Der Bundestagspräsident Norbert lammert schreibt, dass Religion nicht die einzige, aber eine unverzichtbare Quelle von Werten in einer Gesellschaft sei. Zu einer Politik im Zeichen des C gehöre für ihn ein enger Dialog mit den Kirchen. „Dies hat indes nicht zu bedeuten, dass die Partei oder ihre Politiker die Glaubensdogmatik der Kirchen in Politik zu übersetzen haben“, findet er.

Bildungsministerin Annette Schavan nennt die Gründung der CDU ein „großes ökumenisches Projekt“. „Sie war getragen von der Überzeugung, dass das Christentum eine wirksame geistige Kraft gegen alles Totalitäre ist und damit das geistige Potenzial für den Aufbau einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung verbunden sei“, schreibt sie.

Es lohnt sich, die Broschüre zu lesen. Und darüber ins Gespräch kommen. Auf der Suche nach dem Wertekompass des Alltags.

Die Broschüre zum Download.

Landessynode tagt

Ab heute Abend 18 Uhr kommt die 2. Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz zusammen. Als einer von 131 Mitgliedern des Kirchenparlaments, welches rund 1,2 Millionen Mitglieder in 42 Kirchenkreisen und 1.500 Gemeinden vertritt, werde ich an den dreitägigen Beratungen teilnehmen und die Interessen der Evangelischen Jugend wahren.

Thematischer Schwerpunkt der Synodaltagung ist die „Ökumenische Dekade zur Überwindung von Gewalt“. Darüber hinaus wird die Synode ein neues Finanzgesetz beraten und sich unter anderem mit Regelungen für den Einsatz von Prädikanten, den ehrenamtlichen Predigern, befassen.
Ein weiteres „Highlight“ ist die Drucksache 14, der Kollektenplan 2008. Hier werde ich wohl gleich zwei Anträge stellen und der Synode die Stimme der Jugend ins Gedächtnis mahnen.

Die Beratungen dauern jeden Tag von 9 bis etwa 22 Uhr.

Ostern in drei Akten

Das wichtigste zuerst: GESEGNETE OSTERN!!!

Meine heutige Osternacht möchte ich Euch in drei Akten schildern:

AKT 1: DER (KATHOLISCHE) OSTERGOTTESDIENST
Die heutige Nacht verbrachte ich mit meinen sieben Kommilitonen Stephan, Theresa, Peter, Christian, Collin (!), Tanja und Paul, wobei Paul erst im zweiten Akt zu uns gestoßen ist.
Verabredet hatten wir uns zu 20.45 Uhr am Nollendorfplatz, von wo aus wir zur nahegelegenen St.Matthias-Kirche starten wollten, um dort den Ostergottesdienst zu besuchen.
Nun mag der aufmerksame Leser sich fragen: Warum gehen sieben Studenten der evangelischen Theologie in einen katholischen Ostergottesdienst? Um der Ökumene Willen? Oder weil die Liturgie der katholischen Hochmesse doch „schöner“ ist als ein evangelischer Gottesdienst? Nun, diese Frage lasse ich hier mal offen.

Wir fanden die Kirche absolut finster vor. Kein Licht. Nur ab und an das Funzeln einer Taschenlampe. Nach und nach gewöhnten sich unsere Augen an das Dunkel und wir erkannten, dass die Kirche voller Menschen war. Wir suchten also nach freien Plätzen und stießen dabei auf den Haupteingang der voller Menschen war, die von dort das Osterfeuer betrachteten, welches wir bereits gesucht, aber nciht gefunden hatten, da wir von der anderen Seite der Kirche kamen…

In diesem Moment begann die Messe und die Stimme der Zelebranten wurde vom Osterfeuer in die Kirche übertragen. Nach einigen Gebeten war es dann (endlich) so weit: Die riesige Osterkerze 2007 wurde entzündet und in einer würdevollen Prozession in die Kirche getragen. Vom Altarraum aus wanderte das Osterlicht nun über viele, viele Kerzen durch die Kirche auch zu uns nach hinten. Es war ein ergreifender Moment.
Währenddessen hatten auch wir uns mit einige Kerzen vesorgt, die es unweit von unserem Standort (wir hatten keine Sitzplätze mehr gefunden) für einen Euro zu erstehen gab.
Nach den ersten Hochgebeten setzte dann auch die Orgel ein, zuerst leise, dann immer lauter und schien dann schließlich in einem „Kreischen“ der Orgel aufzugehen. Untermalt wurde diese dramatische Musik durch das stufenweise angeschaltete Licht, welches widerum seinen Höhepunkt im Punktstrahler auf das Kruzifix fand.

Die nachfolgende Messe muss ich nun nicht mehr in solcher Detaitreue schildern. Nur so viel: nach zweieinhalb Stunden, war dann der Gottesdienst zu Ende und wir verließen recht beweihräuchert das Kirchenschiff.

AKT 2: DAS ENDE DER FASTENZEIT
Mit dem Ende des Gottesdienstes um etwa 23:40h war nun auch die siebenwöchige Fastenzeit beendet und vorbereitet wie wir nun mal sind, hatten wir natürlich auch den ersten Alkohol dabei, welchen wir uns direkt vor der Kirche stilecht in Plastikbechern genehmigten. Von dort aus ging es dann in eine kleine Kneipe, wo dann ausführlich das Ende der Fastzeit begoßen wurde und Theresa und ich uns das erste Stück Schokolade seit sieben Wochen genehmigten.
Collin
Tanja
Peter mal ganz locker...
Theresa und ich *gg*
Christian und Stephan

AKT 3: DIE HEIMFAHRT
Gegen halb vier Uhr in der Frühe brachen wir dann auf. Stephan brachte mich noch zum U-Bahnhof Bayerischer Platz von wo aus ich zum U-Bhf Jungfernheide fuhr, um von dort aus das Auto zu nehmen. Warum ich das erzähle?

Stell Dir mal folgende Situation vor: Es ist kurz vor vier Uhr in der Früh und Du sitzt allein in einer Berliner U-Bahn als Dich plötzlich eine junge Dame anspricht und fragt, ob Du Du bist… ja so richtig mit Vor- und Zunamen! Nun ich war zunächst mehr als verwirrt, kannte ich die Person doch überhaupt nicht. Als ich meine Identität bestätigte, meinte diese nur, dass sie damit dann 10 Euro verloren hätte, da ihre Freundin dort hinte mich über jemand anderen kennen würde. Nun ich drehte mich um, erkannte aber auch die Freundin nicht, da sie eine Kapuze trug. Nun ja… das war schon sehr merkwürdig… beim Aussteigen habe ich mir die Freundin dann noch einmal kurz genauer angeschaut und nun hatte ich doch eine Ahnung, woher ich sie kenne. Doch warum man nun 10 Euro auf mich wettet, bleibt mir schleierhaft…

Miteinander voneinander lernen

Wie die Spandauer Jugend die Ökumene lebt

Es war einmal… so beginnt jedes Märchen. Das heutige Märchen ist jedoch genau so geschehen.
Es war einmal im Jahre 2003 der erste Ökumenische Kirchentag (ÖKT) in Berlin. Schon im August 2002 saßen deshalb ein paar Jugendliche aus der Evangelischen und Katholischen Jugend Spandau um einen Tisch, um eine Jugendaktion für den ÖKT zu planen. Schon bald war klar, dass wir uns in einem Jugendgottesdienst mit anschließendem Musikfestival mit der Ökumene auseinandersetzen wollten. Was verbindet uns, was trennt uns? Doch Ziel war es natürlich die teilweise standhaften Mauern von Vorurteilen einzureißen. Das Produkt unserer Überlegungen fand unter dem Motto „Es rockt der alte Juliusturm – Zusammen reißen wir Mauern ein – beten, tanzen, feten“ dann in der Freilichtbühne Spandau mit überragendem Erfolg statt. Die über neunmonatige Vorbereitungszeit dieses Events hatte auch auf persönlicher Basis Spuren hinterlassen und so waren einige Freundschaften durch die gelebte Ökumene entstanden.
Aus dem noch frischen Gedanken der lebendigen Ökumene heraus, entstand der „Ökumenische Stammtisch“, welcher sich auch heute noch regelmäßig trifft. Grundgedanke des „Stammtisches“ ist es, den Dialog zwischen der Katholischen und Evangelischen Jugend Spandau in gelöster Atmosphäre aufrechtzuerhalten und zu intensivieren. Mit Erfolg: Heute findet kaum noch eine größere Jugendveranstaltung ohne ökumenische Zusammenarbeit im Kirchenkreis statt.
Die bis dahin rein katholischen Sportturniere der Dekanatsjugend wurden ökumenische Turniere, die sich erfreulicherweise immer mehr Zulauf aus den evangelischen Gemeinden erfreuen. Und zum „Rock da Bolzplatz“ – dem evangelischen Nachfolger der ÖKT-Aktion – im Johannesstift, kommen auch immer viele Gäste aus den katholischen Gemeinden.
Doch beschränkt sich die Zusammenarbeit nicht nur auf den Sport- und Musikbereich, sondern auch auf thematische Aktionen. In diesem Jahr fand bereits zum dritten Mal der Ökumenische Kreuzweg der Jugend statt, von dem ich im letzten Gemeindebrief berichtete. Auch gemeinsame Helferfahrten zum Evangelischen Kirchentag und zum Katholikentag sind nun nicht mehr aus Spandau wegzudenken. Vom 17.-19.November 2006 wird es zum ersten Mal eine Ökumenische Jugendfahrt geben, zu der wir noch einmal gesondert einladen werden.
Weitere Informationen zum Ökumenischen Stammtisch, die Ökumene in Spandau und über Aktionen der Jugend gibt es unter http://www.kjk-spandau.de oder per Email unter thorsten.schatz@ejbo.de.

Dies ist mein neuester und vor allem ungekürzter Beitrag im Gemeindebrief der St.Nikolai-Gemeinde zu Spandau.