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Die Sache mit der Vergebung

Die Monatslosung für den März 2014 lautet:

März 2014
Jesus Christus spricht: Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.
Johannes 13, 35

„What would Jesus say?“ lautet eine Frage, die insbesondere Jugendliche mit christlichem Hintergrund gern als Armband mit den vier Buchstaben „WWJS“ am Arm tragen.

Die Monatslosung März geht davon aus, dass wir als Leser uns schon entschieden haben Jesus Jesus Christus nachzufolgen, seine Ideen anzunehmen und für unser Leben in den Mittelpunkt zu stellen. Wie in jedem Club, jeder Organisation stellt sich irgendwann die Frage, wie werden wir als Clubmitglieder uns erkennen, wie grenzen wir uns von anderen Clubs ab? Im Schwimmverein haben wir uns damals ein tolles Logo erdacht, was dann unsere einheitlichen Trainingsanzüge verzierte. Wir kennen es von Fußballfans, die ihre Identitfikation mit „ihrem“ Club über das Tragen der Vereinsfarben sichtbar machen.

Um dieses sichtbar machen und auch das Abgrenzen geht es in diesem Ausspruch von Jesus Christus. Aber anders als wir, die wir liebend gern mit Statussymbolen wie teuren Marken für Kleidung, Uhren, Elektronik oder Autos zeigen, was wir haben und mögen, sagt Jesus nicht: „Alle, die mir künftig nachfolgen, tragen bitte ein Kreuz um den Hals, denn ich werde ja auch am Kreuz für Eure Sünden sterben.“

Nein. Jesus Christus kommt es nicht auf das Sichtbare an. Ihm geht es um das Wesen des Menschen. Dieses „wenn ihr einander liebt“ mag in den modernen Ohren komisch klingen und ist nicht gleichbedeutend mit, dass man jedem um den Hals fallen und abknutschen muss. Es bedeutet vielmehr, dass man offen auf den anderen, den Fremden zugehen soll, ein offenes Ohr und vielleicht auch ein gutes Wort hat.

In den 17 Jahren, in denen ich nun in der evangelischen Kirche aktiv bin, habe ich diese innere Einstellung immer gern gespürt. Egal, wo ich hinkam, ob in eine Runde in Berlin oder auf eine Versammlung in Brandenburg oder ein Kirchentagstreffen irgendwo in Deutschland: ich bin immer mit herzensguten Menschen zusammengetroffen, die mir mit ihrem Herzen die Türen geöffnet und mich willkommen geheißen haben.

Einander lieben heißt aber auch vergeben können. Ein böses Wort, eine unbedarfte Handlung ist schnell geschehen, vielleicht geschah sie auch absichtlich. Jesus Christus ermutigt uns, auch unseren Feinden zu vergeben, selbst den ersten Schritt zu tun. Vergeben heißt nicht unweigerlich vergessen. Vergeben ist eher der liebevolle Schritt auf den anderen Menschen zu. Ihm oder ihr die Hand reichen, ihn oder sie wertschätzen und den eigenen Stolz hinunterschlucken. Das ist wahre Größe.

Wenn wir uns entschließen, Jesus Christus nachzufolgen, uns taufen zu lassen und mit ihm unseren Weg zu gehen, dann gehen wir mit ihm den Weg der Liebe, die unweigerlich auch ein Weg der Vergebung ist. Amen.

Antwortkarte für die Patenschaft

Unterstützt den Kirchentag mit einer Spende

In der Weihnachtszeit sind die Menschen bekanntlich besonders spendierfreudig. In kaum einer Jahreszeit sind die Fundraiser so aktiv und erfolgreich. Wer noch eine Anregung braucht, wofür er/sie spenden kann, sollte jetzt besonders aufmerksam sein.

Seit 1999 bin ich nicht nur ehrenamtlich auf und für den Deutschen Evangelischen Kirchentag aktiv, sondern spende seit einigen Jahren auch unregelmäßig für den guten Zweck. Wie bei jeder professionell arbeitenden Organisation werde ich daher regelmäßig angeschrieben und erneut um Spenden gebeten. So auch letzte Woche.

In ihrem Schreiben wirbt die Generalsekretärin Dr. Ellen Ueberschär um Spenden und stellt ein neues Projekt vor, was mich nun bewogen hat, Euch überhaupt davon zu berichten und mehr noch, nun auch regelmäßig zu spenden.

Sicher man kann viele Organisationen unterstützen. Viele haben es verdient, sie leisten gute Arbeit. Ich unterstütze jedoch gern Projekte, bei denen ich weiß, dass mein Geld gut angelegt ist und der Arbeit direkt nützt. So habe ich vor einigen Jahren mit einer Spende dazu beigetragen, dass im Berliner Olympiastadion eine Stadionkapelle errichtet werden konnte.

In ihrem neuen Schreiben wirbt Ellen Ueberschär nun für Patenschaften für einen ehrenamtlichen Helfer oder eine Helferin -für den Evangelischen Kirchentag 2015 in Stuttgart! Da rennt sie bei mir als begeisterten Kirchentagshelfer nun offene Türen ein.

Eröffnung der Geschäftsstelle des Evangelischen Kirchentages in Stuttgart. Foto: Kirchentag.de

Eröffnung der Geschäftsstelle des Evangelischen Kirchentages in Stuttgart. Foto: Kirchentag.de

Wie ihr wisst, wenn ihr meinen Blog regelmäßig verfolgt, helfen weit über 5.000 Freiwillige mit, das Projekt Kirchentag zu gestalten und erlebbar zu machen. Um diese kümmert sich der Evangelische Kirchentag immer in besonderer Weise. Dankbarkeit und Wertschätzung für das Ehrenamt sind Maximen des Kirchentages. So wird von den verantwortlichen Organisatoren immer viel Zeit, Mühen und letztlich Geld in die professionelle Vorbereitung der Helferinnen und Helfer investiert. Wenn ich allein daran denke, was meine persönlichen Bahnkarten den Kirchentag schon gekostet haben, nur damit ich zu den Vorbereitungstreffen quer durch Deutschland reisen kann, kommen da vier-stellige Summen zusammen! Doch der (finanzielle) Aufwand lohnt sich und wird weiter betrieben! Das finde ich sehr gut!

Der Kirchentag bittet nun um Patenschaften für einen Helfer oder eine Helferin. Eine vierteljährliche Spende in Höhe von 45 Euro von Januar 2014 bis April 2015 würden alle Reise- und Verpflegungskosten für eine Helferin oder einen Helfer zu den Vorbereitungstreffen decken. 95 Euro betragen dem Schreiben nach die Kosten für An- und Abreise, Verpflegung und Übernachtung pro Person und Vorbereitungstreffen.

Antwortkarte für die Patenschaft

45 Euro alle drei Monate. Eine verhältnismäßig überschaubare Summe, die aber viel bewirken kann. Ich werde gern eine solche Patenschaft übernehmen.

Wer übrigens nicht so langfristig spenden mag, jede Einzelspende hilft:
– mit 55 Euro kann beispielsweise ein Gebärdendolmetscher für eine einstündige Veranstaltung finanziert werden.

Helfen ist ganz einfach. Und wer es braucht: auch steuerlich absetzbar.

Spendenkonto:
Deutscher Evangelischer Kirchentag
Kontonummer: 3840
Bankleitzahl: 520 604 10
Evangelische Kreditgenossenschaft eG
IBAN-Nr. DE51 5205 0410 0000 0038 40
BIC GENODEF1EK1

Mehr Informationen: www.kirchentag.de

Warum ich am 22.9. CDU wähle

Am kommenden Sonntag finden die Bundestagswahlen statt. Ich gehe hin. Ich gehe wählen. Und ich werde mit beiden Stimmen CDU wählen.

Auch nach zwölf Jahren Mitgliedschaft in der Union und auch, obwohl ich für die CDU in der Bezirksverordnetenversammlung von Spandau mitarbeiten darf, überprüfe ich mich bei jeder Wahl selbst. Denn schließlich möchte auch ich ja wissen, ob es noch „meine“ CDU ist, für die ich Wahlkampf mache. Dank Wahlomat geht das ganz einfach.

Wie bei jeder Bundestagswahl hat man zwei Stimmen. Mit der ersten Stimme wählt man seine(n) Bundestagsabgeordnete(n) vor Ort. Mit der zweiten Stimme wählt man die Partei, die den Bundeskanzler, die Bundeskanzlerin vorschlagen darf. Die Zweitstimme nennt man daher auch die Kanzlerstimme.

Meine Erststimme bekommt Kai Wegner.
Kai Wegner ist seit 2005 Bundestagsabgeordneter für die CDU in Spandau und Charlottenburg Nord. Der geneigte Leser meines Blogs weiß, dass ich einen gesunden Lokalpatriotismus für meinen Heimatbezirk Spandau pflege. Allein schon deshalb müsste ich den gebürtigen Spandauer Kai Wegner dem zugezogenen Hamburger Swen Schulz (SPD) vorziehen. Das ist aber nur ein Grund. Ich schätze an Kai Wegner, dass er ehrlich und geradeaus ist. Wenn er einem etwas zusagt, dann hält er sich daran. Das kann man vom SPD-Kandidaten nicht immer behaupten. Nachdem er sich schon 2009 nicht an Absprachen bei der Plakatierung gehalten hat, hat er sich mit seinen Teams auch über die Absprachen aller Parteien hinweggesetzt und mehrere Stunden vor der vereinbarten Zeit begonnen, zu plakatieren. Grob unsportlich.
Kai Wegner hat sich hochgearbeitet. Er ist mittlerweile Chef der Berliner CDU-Bundestagsabgeordneten. Als dieser nimmt er regelmäßig an den Vorstandssitzungen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion teil und trifft die Bundeskanzlerin. So kann er viele Anliegen, die ihm ans Herz gelegt werden, „ganz oben“ direkt ansprechen.

Kai Wegner ist niemand, der nur redet. Er nutzt sein Mandat für diejenigen, die ihn gewählt haben. Ob es nun ein kommunalpolitisches Anliegen ist, ein Problem mit dem Jobcenter oder eine notwendige Gesetzesveränderung. Unmöglich ist für ihn erst einmal nichts. Er belässt es anders als sein SPD-Mitbewerber aber nicht dabei, Briefe zu schreiben. Er arbeitet ohne viel Aufsehen bis tief in die Nacht und macht – wenn nötig – auch beim Berliner Senat „mal richtig Druck“, um Spandaus Interessen durchzusetzen. So hat er vor einigen Jahren das Kinderschutzmobil auf die Straße gebracht, in diesem Jahr das Präventionsprojekt „Kleine Helden“ an Spandauer Schulen gebracht und sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass der Mobilitätshilfedienst in der Heerstraße Nord gesichert wird.

Und was ich persönlich fast am wichtigsten finde: er ist trotz seines Mandats, trotz seines täglichen Umgangs mit den Größen der Gewerkschaften, Unternehmen und Bundesministerien ganz einfach der Kai geblieben. Er ist nicht abgehoben und er hat nicht vergessen, wo er herkommt: aus Spandau.

Daher wohnt auch er nach wie vor in Spandau. Anders als der SPD-Abgeordnete für Spandau, der es vorzieht im Wedding zu wohnen. Daher bekommt am 22.9. meine Erststimme Kai Wegner.

Meine Zweitstimme gebe ich der Kanzlerin und damit der CDU.
Über Angela Merkel ist schon viel gesagt und geschrieben worden. Ich habe sie erst zweimal persönlich getroffen. Das erste Mal bei der Bundestagswahl 2005 als sie ihren Wahlkampfbus vor der Parteizentrale, dem Konrad-Adenauer-Haus, vorstellte. Da stand sie, etwas schüchtern und scheinbar hilflos vor den Journalisten. Das letzte Mal erlebte ich sie 2010 live bei der Regionalkonferenz der CDU im Berliner Messegelände. Dort trat sie ans Rednerpult, ohne Redemanuskript, ohne erkennbaren „Spickzettel“ und hielt eine 90-minütige, fesselnde Rede. Auch die kritischen Nachfragen der CDU-Mitglieder beantwortete sie souverän, ausführlich und geduldig. An diesem Tage wäre ich sofort in die CDU eingetreten, hätte ich diesen Schritt nicht schon neuen Jahre zuvor gemacht.

Kanzlerin für DeutschlandUnd heute? Heute geht es mir darum, die CDU-Handschrift in der Bundesregierung zu schärfen. Wenn es nach mir geht, am liebsten ohne die FDP, aber „bayrische Verhältnisse“ sind fern und wünsche ich mir ehrlich gesagt auch nicht, weil eine gute Diskussion durchaus belebend ist und man manchmal die Dinge, die man vorher ganz klar gesehen hat, aus anderen Sichtweisen noch einmal neu überdenken muss.

Mein persönlicher bundespolitischer Fokus liegt auf der Bildungspolitik. Für die Union legt die Familie das Fundament, auf dem Kita, Schule, Betrieb und Hochschule ein stabiles Wissensgebäude errichten. So kann jeder seine Begabungen individuell entwickeln.

Diese individuelle Förderung finde ich richtig und wichtig. Jeder Mensch ist anders, jeder Mensch hat andere Stärken und Schwächen. Daher bin ich auch gegen die Einheitsschule gewesen, aber das ist ein anderes Thema. Die Union möchte in der Bildungspolitik beispielsweise die Ganztagsbetreuung ausbauen und mehr als 625.000 zusätzliche Studienplätze schaffen. Bereits jetzt hat die CDU-geführte Bundesregierung es geschafft, dass mehr als die Hälfte aller Schulabgänger 2012 ein Studium begannen. Unter Rot-Grün waren es 2004 übrigens nur rund ein Drittel.

Noch mehr Fakten gewünscht?

  • 13,7 Mrd. Euro mehr für unsere Zukunft
    Soviel wurde von 2010 bis 2013 zusätzlich in Bildung, Forschung und Entwicklung investiert.
  • 150 Prozent mehr Krippenplätze
    Alle Kleinkinder unter 3 Jahren können ab August 2013 einen Krippenplatz bekommen. Das Angebot stieg damit seit 2007 um 150 Prozent.

Ich finde, das kann sich sehen lassen. Jeden Tag beginnt ein neuer Tag mit neuen Herausforderungen

Wenn ich also am kommenden Sonntag wählen gehe und beide Stimmen der CDU gebe, sage ich ja zum Kurs von Angela Merkel, einer bemerkenswerten Frau, und ich sage ja zum täglich neu erfinden. Zu Familie, zu Investitionen in Forschung und Bildung. Zu harten Anstrengungen Arbeitsplätze zu schaffen und den Einzelnen im Blick zu haben. Denn dafür arbeiten wir alle. An jedem einzelnen Tag.

 

Das Regierungsprogramm 2013 – 2017 zum Schmökern: www.cdu.de/regierungsprogramm

Finale!!!

Wahnsinn!!! Wir spielen im Finale!!! Nun gut, ja ich hatte das ja getippt, A B E R… daran gegalubt hatte ich zwischendurch nicht wirklich. Man man man, war das ein spannendes, nervenraubendes Spiel!!!

Zusammen mit Aila habe ich das Spiel wieder in der Charlotte im „sicheren“ Spandau verfolgt. Das tollste dabei: Aila entwickelt sich langsam, aber stetig zum Fussballfan! 😉 Nicht nur, dass sie gestern mit mir zur Nationalhymne aufstehen wollte („Wie ging noch mal der Text?“), nein, sie sprang sogar begeistert von ihrem Stuhl auf, als die erlösenden Tore unserer Mannschaft fielen.

Gut, anfangs nach dem 0:1 für die Türken saßen wir beide deprimiert da, ich gab das Spiel schon fast verloren, aber dann wurde es ja noch zu einem heißen Krimi… ganz anders das Spiel der Spanier gegen die Russen, dass ich gerade nebenbei verfolge…

Krass fand ich den Bildausfall mitten im Spiel. Eine merkwürdige Stimmung herrschte im Café und auch draußen auf der Straße. Alle waren ganz leise, um wenigstens akkustisch das Spiel verfolgen zu können… doch der Kommentator bekleckerte sich dabei echt nicht mit Ruhm…

Nach dem Spiel war die Begeisterung um uns herum richtig spürbar. Auch ich wollte nun endlich mal das Gefühl in einem Autokorso genießen und so machten wir uns auf den Weg in die Siemensstadt mit vielen, vielen anderen begeisterten Menschen!!! War ein tolles Gefühl in einer hupenden Autowelle mitzuschwimmen und selbst Aila konnte ihre Begeisterung kaum zurückhalten und drückte mehrmals voller Freude auf meine Hupe!

So, Spanien führt mittlerweile 3:0. Dann wird also Spanien Vizeeuropameister. Ist mir auch lieber so. 😛

Also dann: Das F I N A L E kann kommen!!! Aila und ich werden das Spiel auf der Fanmeile verfolgen! Wer kommt mit?

Verrückter Fussball

Die EM hält für den begeisterten Fan so manche Überraschung bereit. Wenn man glaubt, mit einem Tor in der 119. Minute ist das Spiel vorbei, der Gegner geschockt und besiegt, dann irrt man! Wir haben gesehen, dass es – dank der freundlichen hilfe des Schiedsrichters – auch möglich ist in der 120. Minute den Ausgleich zu erzielen und dann gleich noch das 2:1 nachzulegen…
Wir haben den Titelfavoriten Holland ausscheiden sehen – also ich nciht, da ich ja auf der Hochzeit war, aber viele andere halt. Und wir haben alle gejubelt, als die Italiner die Elfmeter verschoßen und somit ausgeschieden sind!!!

Für mein Tippspiel bedeutet das nun, dass ich fünf von acht Mannschaften im Viertelfinale, aber nur eine von vier Mannschaften (Deutschland) im Halbfinale richtig getippt habe.
Vor dem letzten Spieltag der Vorrunde lag ich noch auf Platz 11 von 22, mit 12 Punkten Rückstand auf den Führenden.

In der Vorrunde habe ich 29 Punkte ertippt, für die fünf richtigen Mannschaften im Viertelfinale gibt es insgesamt 25 Punkte und für die eine richtige Mannschaft im Halbfinale gibt es noch einmal fünf Punkte, so dass ich also bei 59 Punkten stehe. Was diese jedoch in der fraktionsinternen Wertung wert sind, weiß ich leider nicht…

Morgen findet dann das große Halbfinale statt… An sich hatte ich mich darauf gefreut, dieses Spiel nun endlich auch auf der Fan-Meile vor dem Brandenburger Tor sehen zu können, aber als feststand, dass wir gegen die Türkei spielen, habe ich dieses Vorhaben gaaaanz schnell begraben. Zu groß ist die Angst vor Ausschreitungen… Ist schon krass… Angst im eigenen Land… von zehn von mir befragten Personen haben neun Angst zur Fanmeile zu gehen… Ich hoffe, das bleibt alles friedlich. Ich werde mir das Spiel mit Aila an einem sicheren Ort anschauen… vielleicht beim Public Viewing in unserer Gemeinde… mal schauen!

Mein Tipp: Wir besiegen die Türkei mit einem 2:0!

Finale Furioso

Um 23.04 Uhr war es soweit: der Pokal wird dem neuen Weltmeister Italien überreicht.

Doch fangen wir von vorne an. Ein historischer Tag! Wir schreiben Sonntag, 09.07.2006, 15.10 Uhr in Berlin, als der FIFA-Steward Thorsten im Berliner Olympaistadion für das WM-Finale eincheckt. Das Wetter war bestens! 41°C in der Sonne und derzeit noch kein Wölkchen am Himmel.
Das sah in den letzten beiden Tagen noch anders aus: dunkle Wolken und massig Regen bestimmte das Bild über dem Austragungsort des großen WM-Finales. Es kam so viel Regen hinunter, dass am Samstag während meiner Schicht in der Final-Aufbauphase vier Tankwagen von BSR und Alba die Kelleretagen des Stadions und vor allem die unterirdischen Straßen im Bereich des Marathontores (da wo die Spieler nachher langfahren) auspumpen mussten!!! Auch der Vorplatz am Südtor stand zwanzig Zentimeter unter Wasser. Doch davon war gestern (glücklicherweise) nichts zu merken.

Vor dem Stadion hatten sich bereits knapp fünf Stunden vor Anpfiff mehrere Hundert Italiener versammelt, um entweder schon mal zu feiern oder um noch Karten zu kaufen.
Die Medientribühne war um weitere 400 Sitzplätze erweitert worden, so dass sie nun fast die komplette Breite der haupttribühne im Oberring (Block 4 bis 12( einnahm. Zum Vergleich: Bei einem Spiel von Hertha BSC finden knapp 200 Medienvertreter in den Blöcken 6 und 8 Platz (Block 7 gibt´s nicht!).

Leider, leider waren die Blöcke rund um das Marathontor zur Fankurve der Italiener erkoren worden. Nun, meine Enttäuschung über das verlorene Halbfinale war dann doch zu tief, so dass ich den Franzosen den Sieg gewünscht hätte.
Die italienischen Fans waren überaus aggressiv und konnten sehr schlecht bis gar kein Englisch. Da kam es schon mal vor, dass einer fast handgreiflich wurde, weil ich sein Italienisch nicht verstand. Aber glücklicherweise bieb es in meinem Block 12 relativ ruhig und friedlich.

Auch dieses Mal hatte ich einige Prominenz in „meinem“ Block zu verzeichnen: Gesine Schwan (ihr wisst schon: die Dame, die beinahe Bundespräsidentin geworden wäre) nebst Mann, Gianluigi Collina (den weltbesten Schiedsrichter) und Michael Steinrecher (ZDF). Zwei Blöcke weiter lief mir Oliver Geissen (mit großem, breitem Bodyguard) über den Weg.

Kurz vor Spielende war dann hinter den Kulissen Hektik angesagt: Etwa 60 bis 80 italienische Fans war es gelungen das Südtor zu durchbrechen und auf das Stadiongelände zu gelangen. Die Polzei schritt hart ein und rannte den Fans hinterher. Einige haben es wohl aber tatsächlich geschafft irgendwo in der Menge unterzutauchen.
Nach dem Spiel fanden sich vor dem Stadion etwa 1.000 Italiener ein, die im Stadion noch mitfeiern wollten…

Wieder einmal hat sich die FIFA ein Eigentor geschossen: Sie verkaufte einige Plätze einfach doppelt! Ja man mag es kaum glauben. Es handelte sich tatsächlich um Originalkarten mit ein und demselben Platz. Wahnsinn, da zahlt man 610 Euro um festzustellen, dass man nachher auf der Treppe sitzen darf, weil sein Platz ein zweites Mal verkauft wurde. Das schlimmste am ganze war jedoch, dass die FIFA-Verantwortlichen untereinander sich nciht abstimmten und so der eine andere Anweisungen gab las der andere. So rannte Hans-Goerg Felder, der außerhalb von WM der Pressesprecher von Hertha BSC ist, wie ein Irrer zwischen den Blöcken hin und her und schmiss die Volunteers, das mobile Notarzt-Team, die Wachenbesatzung des DRK in einem überaus unfreundlichen Ton raus. Mich wies er an, die Leute auf den Treppen (die mit den doppelten Karten) rauszuschmeissen.
Die Assistentin von Herrn Felder jedoch hatte verfügt, dass die Leute natürlich im Block bleiben dürfen. Und so blieben sie auch im Block!
Also wenn ich nach dem Finale nun mal resümiere und einige „Titel“ vergebe, dann kommt folgendes dabei heraus:

Verlierer der WM:

  • die FIFA: reglementiert alles, verkauft Tickets und andere Souvenirs zu überteuerten Preisen – 610 Euro für die allerletzte Reihe im Oberring und 10 Euro für ein Programmheft ist echt nicht toll!
  • Michael Ballack (Begründung siehe letzter Beitrag)
  • Hans-Georg Felder – für seinen blamablen und überzogenen Auftritts beim Finale

Gewinner der WM:

  • Jürgen Klinsmann
  • David Odonkor
  • Deutschland: ein toller Gastgeber, der das Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ 1:1 umgesetzt und sich endlcih mal wieder auf sein Nationalbewusstsein besonnen hat

TOP-Teams der WM:

  • die deutsche Nationalmannschaft – ein tolles Turnier gespielt und am Ende verdient auf Platz 3 gelandet!
  • Die VDO 532 – ihr seid eine tolle Truppe! Dank an unseren Bereichsleiter Ronny, der dafür gesorgt hat, dass die Hertha-Truppe auch bei der WM als Team agieren konnte.
  • Meine DRK-Sanis aus der Station Medien – Gruß an Tobias, Anke, Robert, Torsten und den Rest der Truppe! Danke für die tollen Stunden mit Euch.
  • Meine Volunteers Micha und Jule samt ihrem Gruppenleiter Dirk, mit dem ich vieles auf dem kurzen Dienstweg klären konnte. Micha, Jule, ich werd Euch nie vergessen! Ich hoffe wir sehen usn recht häufig bei Hertha! Ihr wart super. Ohne Euch wäre es um einiges stressiger und auch langweiliger gewesen!

Und noch nen Wort zum Weltmeister Italien:
Ihr seid für mich das Verlierer-Team der Weltmeisterschaft. Ihr habt schlecht und unfair (so viele Schwalben hat sich wohl keiner geleistet) gespielt und dennoch fast immer glücklich gewonnen. Schade, dass ihr Weltmeister wurdet. Nun, bezeichnend ist ja, dass fast alle medien nicht vom Finalsieg der Italiener, sondern von der Abschiedsfeier der Deutschen bzw dem Knockout von Zidane redet… da sieht man mal den Stellenwert Eures Sieges!

PS: In dieser Woche folgen dann noch einige Fotos!

PPS: Feierabend hatte ich am 10.07.2006 um 01:10 Uhr!

Der Kampf der Statistiken

Nun, so schnell kann´s gehen im Fussball: Der Traum vom Weltmeister ist vorbei. Wie gestern schon angekündigt hatten Aila, Ralf, ToNo, die SchwieMu und ich uns getroffen, um gemeinsam das Spiel auf der Fan-Meile zu verfolgen. Iza und Rübi hatten dann leider kurz vorher abgesagt. Wir trafen schon recht früh (3,5 Stunden vor Spielbeginn) auf der Fan-Meile ein und um uns die Zeit zu vertreiben, wurden mal die Statistiken gegeneinander abgewogen:

„Deutschland hat noch nie in Dortmund verloren!“
„Statistisch gesehen, wird Deutschland in Deutschland IMMER Weltmeister!“
„Deutschland hat noch nie ein internationales Pflichtspiel gegen Italien gewonnen…“

Wie das Spiel ausging wissen wir alle. Es war an sich ein tolles Erlebnis mit Tausenden von Menschen auf eine riesige Leinwand zu starren und zu bangen. Mit ihnen zu singen und nachher auch zu weinen.
Schade jedoch, dass es nach dem Spiel zwischen frustrierten Fans zu Schlägereien kam und die Polizei hart eingreifen musste.

Und richtig sauer bin ich auf diejenigen, die während oder nach dem Spiel rumgezogen sind und die Deutschland-Fahnen von den Autos abgebrochen haben. Auch Ailas und auch dann meine Fahne mussten dran glauben.

Wir können stolz auf unsere Mannschaft sein, denn wer hätte vorher gedacht, dass wir im Halbfinale landen. Nur durch den Erfolg der Mannschaft wurde die WM zu einem tollen Stimmungserlebnis.

Verlierer der WM: die FIFA (man kann nciht alles reglementieren) und Michael Ballack (wofür wurde der eigentlich immer „Player of the match“)
Gewinner der WM: David Odonkor (Wahnsinn!!!) und Jürgen Klinsmann (Machte aus einer „Gurkentruppe“ eine weltmeisterliche Mannschaft und hatte den Mut einen David Odonkor mitzunehmen)!

Deutschland vs. Italien


Nur noch wenige Stunden (acht an der Zahl) trennen uns vom Finale. Nun, ich bin optimistisch. Nach der Zitterpartie am vergangenen Freitag gegen Argentinien kann man ja auch nur hoffen, dass das Spiel zum einen ebenso spannend wird und zum anderen, dass das Spiel doch gefälligst schon in der regulären Spielzeit deutlich entschieden wird!

Daher mein Tipp: 3:1 für Deutschland!

Das Spiel selber werde ich heute abend zusammen mit Aila, meiner SchwieMu (ach darf ich ja nciht sagen… doof), Ralf, eventuell ToNo, Christian und Izabela auf der Fanmeile Berlin schauen! Das wird bestimmt klasse. Ach ich freu mich ja schon so!!!

Mit weltmeisterlichen Grüßen
Euer Thorsten